HIERRO DE LA CARTUJA

Der Glockenbrand der Karthäusermönche

Im 15. Jahrhundert förderte Don Alvaro Obertus de la Valeto die Mönche. Mit seinem Tod vererbte er im Jahre 1476 der CARTUJA von Jerez de la Frontera etwa 40 km2 Land.

Im Unklaren ist, wann die Mönche dort wirklich mit der Pferdezucht begonnen haben. Viele Autoren legen den Beginn der Zucht mit der Übernahme des Landes zusammen. Altamirano zitiert in seinem Buch (Historia y Origen del Caballo Español) eine alte Quelle, in der von einer jährlichen Viehzählung der Stadt Jerez von 1588 die Rede ist, in der damals der Pferdebestand des Karthäuserklosters von Jerez mit nur 4 Tiere angegeben ist.

Das würde insoweit einen Sinn ergeben, da einige Autoren davon berichten, dass die Zucht der später als CARTUJANOS bekannt gewordenen Pferde auf die Zucht der Brüder Zamora zurückgeht. Es wird davon berichtet, dass die Mönche um 1730 die Zucht von PEDRO PICADO übernahmen, der seine Schulden bei den Mönchen nicht bezahlen konnte.

PEDRO PICADO hatte 1682 die Zucht der Brüder ZAMORA aus Jerez übernommen, deren Pferde unter dem Namen ZAMORANOS zu Ihrer Zeit berühmt für ihre Qualität waren. Zu den ZAMORANOS gibt es eine alte Legende. So soll 1665 der Soldat Joaquin Torres mit einem sehr alten Hengst durch Jerez de la Frontera gekommen sein. Die Brüder Andres und Diego Zamora kauften den Hengst und deckten mit ihm Ihre eigenen Stuten. Lediglich zwei Fohlen, eine Stute und ein Hengst wurden nach dem alten Hengst geboren. Der Hengst, mit Namen ESCLAVO soll 7 cuartas (Spannen) und 5 dedos (Finger) = ca. 155 cm groß gewesen sein. Er wird beschrieben als Dunkelschimmel, mit sehr schönem Ausdruck , mit weißen Flecken von der Größe einer Bohne. Schönen Ohren, einer sehr gut gewinkelten Vor- und Hinterhand und einer besonderen Leichtigkeit in den Bewegungen. Er soll ein sehr gefügiges Pferd gewesen sein, von einem Kind zu handhaben. Die Nachzucht von ESCLAVO soll seine Qualitäten geerbt haben, ebenso wie die Warzen unter seiner Schweifrübe, die in der Folgezeit zu einer Art Gütesiegel für die Reinheit seiner Nachkommen wurden. Ein weiteres Kuriosum ist, dass vielen Pferden nach ESCLAVO nachgesagt wird, auf der Stirn 1 oder 2 kleine Erhebungen (Hörner) gehabt zu haben.

Aufgrund seiner Herkunft nach dem Hengst des Soldaten Torres wurden seine Nachkommen oft auch ehrfurchtsvoll als Pferde aus der Linie “del Soldado” bezeichnet.

Andere Autoren differenzieren die Geschichte der Pferdezucht der Mönche, und behaupten, das die Karthäusermönche schon vor der Übernahme der Zamoranos von Pedro PICADO erstklassige Pferde gezüchtet haben, die Linie der Zamoranos aber rein erhalten hätten. Diese Linie soll den heutigen Karthäuserpferden entsprechen. Dem wird jedoch von anderen Autoren widersprochen, die die Zucht der Karthäuserpferde für viel älter halten, und glauben, dass die Zamoranos in dem alten Pferdebestand der Mönche aufgegangen sind.

Altamirano zitiert in seinem Buch eine Quelle aus dem Karthäuserkloster, die im Jahre 1747 die Zahl und die Farben der Pferde, die im Kloster registriert waren, wie folgt angibt:

Während der Barockzeit war das spanische Pferd das begehrteste Reitpferd an europäischen Fürstenhöfen und beeinflusste viele europäische Pferderassen. Königliche Edikte im 17. und 18. Jahrhundert bedeuteten fast den Untergang der Rasse. Unter französischer Herrschaft wurde auf Befehl Napoleons die Einkreuzung größerer und schwererer Pferde auf der ganzen iberischen Halbinsel durchgesetzt.

Die Karthäusermönche weigerten sich jedoch strikt, den Befehlen zu gehorchen. Sie brachten ihre Pferde in Sicherheit, um mit ihnen rein weiterzuzüchten. Nur ihrer Sturheit und ihrer Findigkeit ist es zu verdanken, dass diese Pferderasse über Jahrhunderte bis heute erhalten blieb.

Anfang des 19. Jahrhunderts mussten die Karthäusermönche ihren gesamten Pferdebestand abgeben. Zwischen 1810 und 1835 gaben die Karthäusermönche viele ihrer Pferde an Züchter aus der Gegend von Jerez ab.

In diesem Zusammenhang wird oft der Name von ANTONIO ABAD ROMANO genannt, dessen Blutlinie den Namen ROMANITOS trug.

1866, und später 1869 nennt ANTONIO MACHADO NUÑEZ in seinem Werk “Catalogus Methodicus Mammalium” Gestüte, die Nachkommen der Pferde der Karthäusermönche züchten: ZAPATA und NUÑEZ DE PRADO aus Arcos de la Frontera, CORBACHO aus Montellano, CALERO aus Vejer. Weiter nennt er die Gestüte von CELIS, CAMINO, VARELA, TEJEDOR, GUERRERO, MOLINA, ROMERO, MARTEL, RETAMALES und PALOMINO.

Die wesentlichsten Teile des Karthäusergestüts sollen letztendlich 1835 zwischen CORBACHO, CALERO und dem Pater D. Pedro José ZAPATA y Caro, dem Gründer des Krankenhauses von Arcos de la Frontera aufgeteilt worden sein.

Das Gestüt der ZAPATAS hatte den berühmten KANDARENBRAND, der bis heute existiert. Vincente Romero, der später die Zucht der ZAPATAS übernahm, berichtet in einem Brief an seinen Freund Ruy d’Andrade, dass die ZAPATAS zur Zeit der Übernahme zwei erstklassige Schimmelhengste besaßen, deren Abstammung auf die Zuchten von RETAMALES und PALOMINO zurückgehen sollte. Mit diesen Hengsten deckten sie die Stuten die sie von den Karthäusermönchen erhalten hatten. Dadurch wurde in der Folgezeit die Schimmelfarbe immer stärker verbreitet.

1854 wurde das gesamte Gestüt ZAPATA verkauft. Es wurde zum größten Teil von dem bereits erwähnten Vincente Romero Garcia übernommen, der auch den Brand weiterführte. Er fügte er dem Kandarenbrand noch ein C hinzu. Seit diesem Zeitpunkt existieren 2 Kandarenbrände, der ohne und der mit dem C.

(c) Gemälde: Jose Manuel Gomez Lopez/Schneider

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